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Ein Haus mit wechselvoller Geschichte

Das Gelände des Schlosses Schweinsburg ist die Quelle der Besiedlung des oberen Pleißenlandes. Bereits im Jahre 973 wird erstmals pagus plisni, Pleißengau, urkundlich erwähnt. Es wird vermutet, dass zum Stammesverband der Sorben gehörende Ackerbauer und Fischer auf dem Terrain von Schloss Schweinsburg eine Art Fluchtburg mit Erdwall besaßen. In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts begann die deutsche Besiedlung des Pleißenlandes.
Um 1120 existierte auf dem Gelände eine überbaute Wasserburg mit Wall, Graben und Zugbrücke zum Schutz der Siedlungen Culten und Crimmitschau, die als "vest huz Cremascowe" bezeichnet wurde. Zumindest der Pallas und der Bergfried, also der innere Teil des Burgbereiches waren aus Felssteinen gemauert, die Vorburg, die ebenfalls einen steinernen Turm besaß, in Fachwerk ausgeführt.

Im Jahre 1212 wird ein "Henricus de Crematzowe" urkundlich erwähnt, 1270 die "milites de Cremaschowe" und 1322 das "castrum Crimaschowe". Die ersten bekannten Burgherren gehörten wahrscheinlich dem Geschlecht der Schönburger an. 1413 ging die Herrschaft Crimmitschau mit der Burg an die Markgrafen von Meißen, den Wettinern, über. Um die Burg nicht mit der Stadt Crimmitschau zu verwechseln, bürgerte sich um 1499 der Name "Schweinsburg" ein, ein Hinweis auf den hohen Wildschweinbestand im Harthwald, dem Jagdrevier der Burgherren.

In der Endphase des Schmalkaldischen Krieges bezogen Kaiser Karl V., der Herzog von Alba und der albertinische Herzog Moritz von Sachsen Quartier auf Schloss Schweinsburg. Auch während des Dreißigjährigen Krieges diente die Schweinsburg als Truppenunterkunft, so 1640 dem schwedischen General Baner, der Crimmitschau plünderte und brandschatzte. Der "kaiserliche General zu Roß und Fuß" Carol von Bose kaufte die Schweinsburg im Jahre 1642. Dessen Nachkommen besaßen die Herrschaft bis zum Jahre 1721 und ließen die Mitglieder der Familie in Öl porträtieren. Die Galerie befindet sich heute im Besitz des Heimatmuseums Crimmitschau. Unter der Herrschaft der Familie von Berbisdorf vollzog sich die bedeutendste Veränderung des Baukörpers. 1743-45 wurde die Wasserburg zum Schloss umgebaut und erhielt im wesentlichen ihre heutige Gestalt.

Im Jahre 1765 wurden Stadt und Amt Crimmitschau an den Kauf- und Handelsherren Johann Christian Seyffarth auf Schiedel verkauft, 1767 ging es an den sächsischen Hauptmann in russischen Diensten Vieth von Golsenau über. Im Jahre 1841 verloren die Besitzer von Schloss Schweinsburg die Gerichtsbarkeit über ihre Untertanen, die ihre Feudalleistungen ablösen konnten.

Zwischen 1900 und 1908 betrieben die Brüder Friedrich und Eberhard Meinhold in den Gebäuden an der Ostseite eine Majolikafabrik. Wachsende Schulden zwangen sie jedoch zum Verkauf des Schlosses an den Garnfabrikanten Carl Wolf aus Neukirchen, der das Innere des Schlosses im Jugenstil umbauen ließ.

Im Juli 1945 wurde das Schloss von der roten Armee besetzt. Der Turm in der Vorburg wurde von den Russen gesprengt, einige Kisten Cognac retteten das Schloss vor der endgültigen Vernichtung. 1946 richtete die SED auf Schloss Schweinsburg die Kreisparteischule ein, von 1987-1989 war es Teil der Bezirksparteischule Mittweida. Nach der Wende 1989 verwaltete zunächst die Treuhand Schloss und Gelände.Von 1995 bis zum Ende des Jahres 2000 entstand unter Besitz des Kolping-Bildungswerkes Sachsen e.V. ein modernes Tagungs- und Managementzentrum. 2001 erfolgte die Gründung eines eigenständigen Rechtsträgers, der Akademis Hotelbetriebsgesellschaft mbH, die Schloss Schweinsburg mit der Hauptausrichtung Tagungshotel betreiben wird.